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Eine junge Frau mit langem dunklem Haar und schwarzem Pulli. Im Hintergrund ist ein Schrank mit Aktenordnern zu sehen.

Alumni im Gespräch: Interview mit Galina Abduldaeva

9. Juli 2026

Galina Abduldaeva ist Absolventin der Euro-Schulen Dresden. Erfahrt im Interview, wie ihre Teilnahme am B2-Berufssprachkurs sie auf ihre heutige Arbeit in der Buchhaltung der Euro-Schulen Dresden vorbereitet hat. Viel Spaß beim Lesen! 

I. Persönliche & berufliche Entwicklung

1. Könntest du dich bitte kurz vorstellen? 

„Mein Name ist Galina Abduldaeva. Ich habe 2017 an den Euro-Schulen Dresden den B2-Berufssprachkurs absolviert.“

2. Was hat dich damals dazu bewogen, an den Euro-Schulen den B2-Berufssprachkurs zu absolvieren?

„Nachdem mein Sohn in die Kita gekommen war, wollte ich wieder arbeiten. Mein Studium als Tierärztin in Kirgistan wurde hier jedoch nicht anerkannt. Mir wurde empfohlen, zunächst meine Sprachkenntnisse zu verbessern und anschließend eine Umschulung zu beginnen. Außerdem wollte ich nicht nur die Sprache lernen, sondern auch mit den Menschen hier richtig in Kontakt kommen. Damit ich mich zu Hause fühlen kann, brauche ich die Sprache. Nur so kann ich mich unterhalten, andere verstehen und wirklich am Alltag teilnehmen.

Mein Umfeld hat immer Rücksicht auf mich genommen und oft versucht, mit mir Russisch oder Englisch zu sprechen. Trotzdem war mir klar, dass ich Deutsch nur lerne, wenn ich mich in einer deutschsprachigen Umgebung bewege. Auch Sprichwörter, Kultur und Mentalität kann man erst richtig verstehen, wenn man die Sprache und den Wortschatz besser beherrscht.“

3. Wie sah dein Karriereweg nach dem erfolgreichen Abschluss aus? Welche Stationen hast du durchlaufen?

„Ich habe die Umschulung zur Kauffrau für Büromanagement begonnen und Anfang 2020 abgeschlossen. Danach musste ich auf die Prüfungsergebnisse warten – genau zu Beginn der Corona-Pandemie.

Als ich meine Ergebnisse hatte, konnte ich mich bewerben. Viele Unternehmen haben damals wegen Corona jedoch keine neuen Mitarbeitenden eingearbeitet. Deshalb habe ich zunächst in einem Callcenter gearbeitet, um Berufserfahrung zu sammeln. Später habe ich die Stellenausschreibung der Euro-Schulen Dresden gesehen. Da ich mich während meiner Zeit als Teilnehmerin hier sehr wohlgefühlt hatte, habe ich mich beworben. Aus Kirgistan brachte ich bereits Erfahrung in der Buchhaltung sowie in der Bearbeitung von Unterlagen und Verträgen mit. Seit 2020 arbeite ich nun in der Buchhaltung der Euro-Schulen Dresden. Ich bin unter anderem für Debitoren und Kreditoren zuständig und unterstütze die Monats- und Jahresabschlüsse für S+A.“

II. Einfluss der Euro-Schulen auf den Karriereweg

4. Inwiefern hat der B2-Berufssprachkurs der Euro-Schulen dich auf deinen jetzigen Beruf vorbereitet?

„Es war die Art und Weise, wie uns die Lehrerin dazu gebracht hat, einfach zu sprechen. Auch die Mitarbeitenden hier waren immer offen und hilfsbereit. Wenn man Fehler gemacht hat, wurden sie nicht einfach übergangen. Sie haben meine Sätze richtig wiederholt – mit korrektem Satzbau und Grammatik. Dadurch habe ich mich immer mehr getraut zu sprechen und konnte mich sprachlich weiterentwickeln.“

5. Gab es bestimmte Kurse, Projekte oder Lehrkräfte, die dich besonders geprägt haben?

„Unsere Lehrerin Katja Busaker ist sehr kreativ. Sie hat es geschafft, dass wir uns untereinander offen auf Deutsch unterhalten haben – auch wenn wir Fehler gemacht haben. Dadurch hatten wir keine Angst, Deutsch zu sprechen. Auch Frau Büttner möchte ich erwähnen. Sie ist immer offen und hilfsbereit. Egal, welche Frage man hat – man kann jederzeit zu ihr kommen. Ich glaube, das wissen auch die aktuellen Teilnehmenden. Wenn sie Fragen haben oder mit einer Aufgabe nicht weiterkommen, finden sie bei ihr oder allgemein im DaF-Bereich Unterstützung. Eigentlich würde ich am liebsten alle erwähnen. Ich habe selbst erlebt und auch von anderen Teilnehmenden gehört, dass die Mitarbeitenden hier wirklich unterstützen – sei es bei Fragen zu Fahrtkosten, bei Formularen oder indem sie zeigen, wo man Informationen finden kann.“

6. Welche Kompetenzen oder Soft Skills aus diesem Kurs helfen dir heute am meisten?

„Ich wollte die Sprache so schnell wie möglich lernen. Dabei haben mich die Lehrkräfte und Mitarbeitenden sehr unterstützt. Dadurch habe ich gelernt, Fragen zu stellen, wenn ich etwas nicht verstanden habe oder eine Erklärung noch einmal brauchte. Ich habe verstanden, dass es keine dummen Fragen gibt. Lieber einmal nachfragen, als lange zu überlegen.“

7. Was hast du damals als Schülerin an den Euro-Schulen geschätzt und was schätzt du nun an den Euro-Schulen als Arbeitgeber?

„In meinem B2-Kurs waren Menschen aus vielen verschiedenen Ländern. Wir waren eine sehr schöne Gruppe – freundlich, offen und hilfsbereit. Heute gehe ich auch als Mitarbeiterin gerne zur Arbeit. Seit ich in Deutschland bin, habe ich viele Menschen kennengelernt, aber nur wenige sagen, dass sie wirklich gern zur Arbeit gehen. Ich gehöre zu denen, die das sagen können.

Natürlich arbeitet jeder, um Geld zu verdienen. Aber für mich ist das nicht der einzige Grund. Ich gehe gerne zur Arbeit und möchte meine Aufgaben gut erledigen. Mir ist wichtig, dass alles ordentlich gemacht wird. Für mich ist der Unterschied zwischen „möchten“ und „müssen“ sehr groß.

Auch unsere Schulleiterin, Frau Schuldt, möchte ich erwähnen. Sie ist allen gegenüber offen und hilfsbereit. Wenn man mit einer Frage zu ihr kommt, nimmt sie sich Zeit. Ich habe den Eindruck, dass sich diese Haltung im gesamten Team widerspiegelt.“

III. Herausforderungen & Erfolge

8. Was waren die größten Herausforderungen auf deinem Karriereweg und wie hast du diese gemeistert?

„Die größte Herausforderung war, das System zu verstehen, mit dem wir hier arbeiten – besonders die Abrechnungen gegenüber den öffentlichen Trägern.

Als ich angefangen habe, hatte ich nur zwei Wochen Einarbeitung. Für die Menge an Informationen war das viel zu wenig. Danach war ich praktisch allein. Meine Kollegin fiel krankheitsbedingt für sechs Monate aus und die Kollegin, die mich eingearbeitet hatte, verließ zwei Wochen nach meinem Arbeitsbeginn die Euro-Schulen. Frau Böke hat mich in dieser Zeit sehr unterstützt und wir haben viel telefoniert.
Teilweise saß ich bis sieben Uhr abends, habe Prozessbeschreibungen gelesen und mir alles immer wieder durch den Kopf gehen lassen. Manchmal habe ich mich gefragt, ob ich das überhaupt schaffen werde.

Auch für meinen Sohn war diese Zeit nicht einfach. Er konnte nicht verstehen, warum ich ihm abends kein Buch vorlese, sondern mit meinen Unterlagen am Tisch sitze.

Rückblickend war das aber eine sehr wertvolle Erfahrung. Ich konnte mir selbst beweisen, dass ich auch schwierige Situationen meistern kann. Ich konnte Fachtexte verstehen, mich in komplexe Themen einarbeiten und wusste, wo ich Informationen finden und selbst recherchieren kann.“

9. Gibt es ein besonderes Erfolgserlebnis oder einen Meilenstein, auf den du besonders stolz bist?

„Das, was ich gerade beschrieben habe, dass ich die Einarbeitung so geschafft habe. Denn das war eine Menge Information. Ich bin auch stolz darauf, dass ich ziemlich zeitig angefangen habe, die Gesetze zu lesen und zu verstehen. Denn da geht teilweise ein Satz über einen ganzen Absatz oder sogar über drei Absätze. Zu Anfang meiner Arbeit hier habe ich sehr viel gelesen, vor allem eben Gesetze.“

Das Interview führte: Dr. Melina Lieb
Foto: Galina Abduldaeva

Geschlechtergerechtigkeit gehört zu den Grundsätzen unseres Unternehmens. Sprachliche Gleichbehandlung ist dabei ein wesentliches Merkmal. Für den diskriminierungsfreien Sprachgebrauch verwenden wir in Texten den Gender Star bei allen personenbezogenen Bezeichnungen, um alle Geschlechter und Geschlechtsidentitäten einzuschließen. Versehentliche Abweichungen enthalten keine Diskriminierungsabsicht.
Eine junge Frau mit langem dunklem Haar und schwarzem Pulli. Im Hintergrund ist ein Schrank mit Aktenordnern zu sehen.