Projekt: Mangelberufe
Im Rahmen einer Projektarbeit zum Thema Mangelberufe recherchierten die Teilnehmenden des Berufssprachkurses (BSK) B2, mit Unterstützung durch ihre Lehrkraft Herrn Stuber, die diesbezüglich in Deutschland relevanten Berufe im Internet. Anschließend suchten sie den für sie persönlich interessantesten Beruf aus und erstellten ein Berufsprofil für diesen, das sie ebenfalls eigenständig erarbeiten und zusammentragen mussten.
Auszug der Ergebnisse der Teilnehmenden:
Beruf: Medizinische Fachangestellte
Ich habe online gelesen, dass die gefragtesten Berufe in Deutschland im medizinischen Bereich zu finden sind. Da ich eine neue Ausbildung machen möchte, passt das gut zu mir.
Zunächst möchte ich über die Gründe sprechen, die mich zur Wahl dieses Berufs geführt haben. Ich wollte schon immer Menschen helfen. Ich habe viel gelesen, wie schwer ältere Menschen es haben. Ich erinnere mich, wie meine Oma krank war, und ich habe mich viel um sie gekümmert. Ich müsste ihr oft Spritzen geben. Es ist ein bekannter Fakt, dass man in Russland nicht so einfach zum Arzt kommt. Ich habe mich für den Beruf des MFA-Spezialisten entschieden. Das sind qualifizierte Fachkräfte in Arztpraxen (Patientenzimmern) und Krankenhäusern. Sie bilden das Bindeglied zwischen Patient und Arzt.
Organisatorische Aufgaben:
Patiententermine planen, Krankenakten führen, mit Praxismanagementprogrammen arbeiten.
Medizinische Aufgaben:
Räume vorbereiten, Vitalwerte messen (Blutdruck, Puls), Blut abnehmen, EKG durchführen, Verbände anlegen, bei Untersuchungen mithelfen.
Patientenservice:
Empfang von Patienten, Beratungsgespräche, Telefonarbeit.
Ausbildung und Spezialisierung
Dauer: Die Ausbildung dauert in der Regel 3 Jahre (duales System: Praxis + Theorie in der Schule).
Spezialisierung: Es gibt zusätzliche Fortbildungen, beispielsweise für Tätigkeiten in der Kardiologie, Onkologie, Endoskopie oder für die Praxisverwaltung
Gehalt (ab 2025):
Das MFA-Gehalt hängt von der Berufserfahrung (brutto/Monat) ab:
1–4 Jahre: ~2.803 – 3.981 Euro.
4–8 Jahre: ~2.855 – 4.055 Euro.
Ich denke, dass Freundlichkeit, Respekt gegenüber älteren Menschen, Geduld und die Bereitschaft zu arbeiten für diesen Beruf sehr wichtig sind. Diese Eigenschaften gehören zu meinen Stärken.
Teilnehmerin: Iuliia
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Beruf: Altenpflegehelfer*in
Ich möchte heute über den Beruf Altenpflegehelfer*in sprechen, weil dieser Beruf ein Mangelberuf in Deutschland ist. Altenpflegehelfer*innen arbeiten bei der Betreuung, Versorgung und Pflege gebrechlicher bzw. kranker oder auch gesunder älterer Menschen mit. Sie unterstützen bei der Körperpflege, beim Essen und unter Anleitung bei der Arzneimittelgabe.
Altenpflegehelfer*in ist eine landesrechtlich geregelte schulische Ausbildung an Berufsfachschulen. Für diesen Beruf braucht man meistens einen Hauptschulabschluss und gute Deutschkenntnisse.
Die Ausbildung dauert etwa ein bis zwei Jahre und besteht aus Theorie und Praxis. Nach der Ausbildung kann man eine Weiterbildung machen, Pflegefachkraft werden und in Krankenhäusern oder Pflegeheimen arbeiten. Wichtige Eigenschaften sind Freundlichkeit, Geduld und Teamarbeit. Das Gehalt beträgt ungefähr 2.200 bis 2.800 Euro brutto pro Monat. Da Pflege ein Mangelberuf in Deutschland ist, hat man sehr gute Chancen, schnell eine Arbeit zu finden.
Teilnehmerin: Dalia
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Beruf: Krankenpflegehelfer*in
Krankenpflegehelfer*innen sind ein besonders wichtiger Beruf in Deutschland. Krankenpflegehelfer*innen wirken bei Körperpflegemaßnahmen mit, betten und lagern Patienten um, teilen Essen aus und helfen bei der Nahrungsaufnahme. Sie beobachten und kontrollieren Vitalwerte, Puls, Temperatur, Blutdruck und Atmung ihrer Patienten. Gegebenenfalls führen sie einfache medizinische Maßnahmen nach ärztlicher Anweisung durch. Darüber hinaus begleiten sie ihre Patienten zu Untersuchungen und Behandlungen.
Dieser Beruf ist interessant, weil man sofort das Ergebnis seiner Arbeit sieht. Man hilft einem Patienten und sieht sofort, dass es ihm besser geht. Jeden Tag kommuniziert man mit Patienten, Pflegekräften und Ärzten, der Beruf ist lebendig. Jeden Tag gibt es neue Aufgaben und Situationen. Man wird von den Menschen wirklich gebraucht, nicht nur formal, sondern aufrichtig.
Für diesen Beruf braucht man mindestens den Mittleren Schulabschluss. Die Ausbildung dauert ein Jahr in Vollzeit. Man sollte authentisch, freundlich, höflich und einfühlsam sein. Außerdem sind Teamfähigkeit, Geduld und Belastbarkeit sehr wichtig, da man viel mit Menschen arbeitet, die Hilfe benötigen. Während der Ausbildung vierdient man ungefähr 1.200 € brutto pro Monat, nach der Ausbildung liegt der Verdienst bei etwa 15-18 € pro Stunde, abhängig von Bundesland und Arbeitgeber. Man hat außerdem gute Karriereperspektiven, da man sich zum Pflegefachmann oder zur Pflegefachfrau weiterbilden oder sich auf bestimmte Bereiche wie Altenpflege oder Intensivpflege spezialisieren kann.
Ich denke, dass dieser Beruf sehr wichtig ist, weil Menschen diese Hilfe dringen brauchen. Ohne diesen Beruf könnten viele Menschen nicht mehr selbstständig leben, und es ist eine wertvolle und sinnvolle Tätigkeit, bei der man jeden Tag einen Unterschied macht.
Teilnehmerin: Khristina
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Beruf: Softwareentwickler*in
a) Was ist dieser Beruf?
Softwareentwickler konzipieren, programmieren und testen Computerprogramme oder Apps Sie analysieren die Anforderungen der Nutzer und setzen diese in code um, Java oder c++. Es geht nicht nur um das Schreiben von code, sondern auch um die Wartung und Verbesserung bestehender Systeme.
b) Warum ist dieser Beruf interessant?
Er ist interessant, weil man ständig neue Technologien lernt und kreative Lösungen für technische Probleme findet. Man sieht direkt das Ergebnis einer Arbeit, eine funktionierende App, und die Arbeit kann oft flexibel im Homeoffice erledigt werden.
c) Welche Schulbildung braucht man?
Für ein Ausbildung reicht oft ein Realschulabschluss oder Abitur.
Für ein Studium benötigt man das Abitur.
d) Wie ist das Stadium / die Ausbildung? Wie lange dauert sie?
Die Ausbildung erfolgt im Betrieb und in der Berufsschule und dauert in der Regel 3 Jahre.
Studium: Ein Bachelorstudium, dauert meist 3 bis 3,5 Jahre.
e) Welche Charaktereigenschaften sollte man haben?
Man sollte logisches Denkvermögen, Ausdauer bei der Fehlersuche und eine hohe Lernbereitschaft besitzt. Da man oft in Teams arbeitet, ist auch Teamfähigkeit sehr wichtig.
f) Wie viel Geld kann man in diesem Beruf verdienen?
Softwareentwickler gehören zu den Gutverdienern. Ein Einsteiger verdient circa 3.800 bis 4.500 brutto. Mit einigen Jahren Berufserfahrung kann das Gehalt auf 5.500 bis 7.000 oder mehr steigen.
g) Welche Karrierechance hat man in diesem Beruf?
Die Chancen sind hervorragend, da der Fachkräftemangel in der IT-Branche sehr groß ist. Man kann sich zum Senior Developer, Software-Architekten oder IT-Projektleiter weiterentwickeln.
Teilnehmer: Yaman
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Beruf: Medinizische*r Dokumentationsassistent*in
Ich habe mich über den Beruf Medizinische Dokumentationsassistentin informiert. Dieser Beruf gehört zum Gesundheitswesen und findet vor allem in den Krankenhäusern, Krankenkassen oder Forschungseinrichtungen statt. Medizinische Dokumentationsassistent*innen sammeln und bearbeiten Patientendaten, sie legen Krankenakten an, dokumentieren Diagnosen und Behandlungen, und bereiten Daten für Abrechnungen vor. Außerdem arbeiten sie mit Krankenhausinformationssystemen und erstellen Statistiken. Die Arbeit findet hauptsächlich am Computer im Büro statt.
Ich finde diesen Beruf sehr interessant, weil ich gerne im Gesundheitsbereich arbeiten möchte. Mir gefällt besonders, dass man sorgfältig, strukturiert und verantwortungsvoll arbeitet. Außerdem hat dieser Beruf gute Zukunftschancen, weil die Digitalisierung im Gesundheitswesen immer wichtiger wird.
Für diesen Beruf benötigt man in der Regel einen Mittleren Schulabschluss oder Abitur. Die Ausbildung findet an einer Berufsfachschule statt und dauert in Vollzeit etwa 2 bis 3 Jahre. Am Ende macht man eine staatliche Abschussprüfung.
In diesem Beruf sollte man sorgfältig, zuverlässig und verantwortungsbewusst sein. Außerdem sind Interesse an Medizin, Organisation und Computerarbeit sehr wichtig.
Das Gehalt liegt am Anfang bei ungefähr 2.500 bis 3.000 Euro brutto im Monat und kann mit Berufserfahrung steigen. Ich kann mir gut vorstellen, nach meinem Deutschkurs eine Weiterbildung im Bereich medizinische Dokumentation oder medizinische Kodierung zu machen und später in einem Krankenhaus zu arbeiten.
Teilnehmerin: Tuba
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Beruf: Pflegefachkraft
In Deutschland gibt es aktuell eine Vielzahl von sogenannten „Mangelberufen“ – also Berufen, in denen es deutlich mehr offene Stellen als qualifizierte Bewerber gibt. Dazu gehören vor allem IT-Spezialisten, Ingenieure, Handwerker (besonders im Bereich Heizung/Sanitär) und Fachkräfte im Gesundheitswesen.
Ich habe mir aus dieser Liste den Beruf der Pflegefachkraft (früher oft „Gesundheits- und Krankenpfleger“ genannt) ausgesucht, da er eine enorme gesellschaftliche Bedeutung hat und heute moderner ist, als viele denken.
Berufsbild:
a) Was ist dieser Beruf und wie ist die Arbeit?
Als Pflegefachkraft ist man für die professionelle Betreuung, Pflege und medizinische Versorgung von Menschen aller Altersgruppen verantwortlich. Die Arbeit findet in Krankenhäusern, Pflegeheimen oder in der ambulanten Pflege statt.
Aufgaben: Du führst medizinische Behandlungen durch (z. B. Spritzen geben, Verbände wechseln), überwachst Vitalwerte wie Blutdruck und Puls und dokumentierst den Genesungsverlauf.
Alltag: Der Job ist sehr abwechslungsreich, aber auch fordernd. Man arbeitet oft im Schichtdienst (Früh-, Spät- und Nachtschicht) und ist die wichtigste Schnittstelle zwischen Ärzten, Patienten und Angehörigen.
b) Warum ist dieser Beruf interessant?
Der Beruf bietet eine einzigartige Mischung aus medizinischem Fachwissen und menschlicher Nähe. Man sieht unmittelbar den Erfolg der eigenen Arbeit, wenn es Patienten besser geht. Zudem ist der Job absolut krisensicher – Pflegekräfte werden immer und überall auf der Welt gebraucht.
c) Welche Schulbildung braucht man?
In der Regel wird für die Ausbildung ein Mittlerer Bildungsabschluss (Realschulabschluss) vorausgesetzt. Mit einem Hauptschulabschluss ist der Einstieg oft über eine einjährige Ausbildung zur Pflegefachassistenz möglich, an die man die dreijährige Ausbildung anschließen kann. Auch Abiturienten wählen diesen Weg, um danach ein Pflegestudium zu absolvieren.
d) Wie ist die Ausbildung aufgebaut?
Seit 2020 ist die Ausbildung generalistisch aufgebaut.
Dauer: 3 Jahre.
Inhalt: Du lernst alle Bereiche kennen (Altenpflege, Krankenpflege und Kinderkrankenpflege) und entscheidest dich oft erst im letzten Jahr für eine Spezialisierung.
Theorie & Praxis: Der Unterricht findet blockweise in der Pflegeschule und in verschiedenen Praxiseinrichtungen statt.
e) Welche Charaktereigenschaften sollte man haben?
Empathie: Du musst gut mit Menschen umgehen können.
Belastbarkeit: Stressige Situationen und körperliche Arbeit sollten dich nicht abschrecken.
Verantwortungsbewusstsein: Medikamente müssen exakt dosiert und Anweisungen genau befolgt werden.
Teamfähigkeit: Pflege ist immer Teamarbeit.
f) Wie viel Geld kann man verdienen?
Die Bezahlung in der Pflege ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen:
Ausbildung: Du verdienst schon während der Ausbildung gut, meist zwischen 1.200 € und 1.600 € brutto im Monat.
Einstiegsgehalt: Nach der Ausbildung liegt das Bruttogehalt (je nach Tarif und Einrichtung) bei ca. 3.300 € bis 4.000 €. Durch Schichtzulagen für Nacht- oder Wochenendarbeit kann das Nettoeinkommen deutlich höher ausfallen.
g) Welche Karrierechancen hat man?
Die Aufstiegsmöglichkeiten sind exzellent, da Fachkräfte händeringend gesucht werden:
Fachweiterbildung: Spezialisierung auf Bereiche wie Intensivpflege, Anästhesie, Onkologie oder Psychiatrie.
Studium: Mit einem Studium (z. B. Pflegemanagement oder Pflegepädagogik) kannst du die Leitung einer Station oder eines ganzen Heims übernehmen oder selbst Pflegekräfte ausbilden.
Spezialfunktionen: Weiterbildung zum Praxisanleiter (für Azubis) oder zur Wundexpertin.
Mein Fazit: Wer einen Beruf mit Sinn sucht, gerne mit Menschen arbeitet und einen sicheren Arbeitsplatz mit guten Verdienstmöglichkeiten möchte, findet in der Pflege eine hervorragende Perspektive.
Teilnehmerin: Sharifa
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Beruf: Kosmetikerin
Ich habe den Beruf der Kosmetikerin gewählt, weil ich ihn interessant finde. Eine Kosmetikerin arbeitet mit Hautpflege und Schönheit. Sie macht zum Beispiel Gesichtsbehandlungen, reinigt die Haut, macht Masken oder Massagen. Manchmal macht sie auch Make-up oder berät Kunden, welche Produkte besser sind.
Ich finde diesen Beruf interessant, weil man Menschen helfen kann, sich besser zu fühlen. Viele Leute wollen gut aussehen und entspannen und Kosmetikerinnen helfen dabei.
Für diesen Beruf braucht man keinen sehr hohen Schulabschluss, aber ein Hauptschulabschluss oder Realschulabschluss ist gut. Wichtig ist, dass man sauber arbeitet und ein Interesse an Schönheit und Pflege hat.
Die Ausbildung dauert ungefähr 2 bis 3 Jahre. Man kann sie in einer Schule oder in einem Betrieb machen.
Das Gehalt ist am Anfang nicht sehr hoch, vielleicht 1800-2000 Euro im Monat. Später kann man mehr verdienen oder sogar ein eigenes Studio eröffnen.
Die Karrierechancen sind ganz gut. Man kann sich gut oder selbstständig arbeiten.
Teilnehmerin: Karolina
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Beruf: Pflegefachkraft
Ich möchte heute über den Beruf als Pflegefachkraft sprechen. Der Beruf der Pflegefachkraft gehört zu den wichtigen Mangelberufen in Deutschland. Eine Pflegefachkraft arbeitet in Krankenhäusern, Pflegeheim oder bei ambulanten Pflegediensten.
Die Hauptaufgabe ist es, kranke oder älter Manchen zu betreuen, ihnen zu helfen und sie im Alltag zu unterstützen. Man misst z- B. den Blutdruck, gibt Medikamente und Hilfe bei der Körperpflege. Die Arbeit ist oft anstrengend, aber auch sehr sinnvoll und wichtig.
Für diesen Beruf braucht man in der Regel einen Schulabschluss (Realschule). Gute Kenntnisse in Biologie und Deutsch sind von Vorteil.
Die Ausbildung zur Pflegefachkraft dauert normalerweise drei Jahre. Der theoretische Teil findet in der Schule und der praktische Teil im Krankenhaus oder Pflegeheim statt.
Wichtige Charaktereigenschaften für diesen Beruf sind Geduld, Freundlichkeit ,Verantwortungsbewusstsein und Teamfähigkeit.
Man sollte gerne mit Menschen arbeiten und auch in stressigen Situationen ruhig bleiben. Das Gehalt liegt zwischen 2.500 und 3.500 Euro brutto im Monat. Die Karrierechancen sind gut, da es einen großen Mangal an Pflegekräften gibt. Man kann sich weiterbilden, z. B. zur Stationsleitung oder Pflegedienstleitung.
Teilnehmerin: Manal
*Diese Berufssprachkurse werden durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) und das Bundesministerium für Arbeit und Soziales gefördert.
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