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Auf den Bildern sind die drei Teilnehmer aus dem Artikel, eine junge Dame, die im Anerkennungsverfahren ist (im hellen Sakko), Herr Amir Janati (Integrationsbeauftragter des BIG, im karierten Hemd mit Brille),  Michael Sterner (Schulleitung, im karierten Hemd mit Glatze), Frau Vanessa Kunke (unsere Dozentin und Artikelverfasserin) und die Leiterin Frau Stimoli.

Der erfolgreiche Weg ausländischer Pflegefachkräfte in Deutschland

19. Dezember 2025

Am Bildungsinstitut für Gesundheitsberufe im Rhein-Kreis Neuss (BIG) werden u.a. Pflegefachmänner und Pflegefachfrauen ausgebildet. Viele kommen aus dem Ausland und erhalten in Zusammenarbeit mit den Euro-Schulen Niederrhein berufsorientierte und ausbildungsbegleitende Deutschkurse, die sogenannten vom BAMF geförderten fachspezifischen Azubi-Berufssprachkurse. Damit werden die Teilnehmer*innen bestmöglich bei den sprachlichen Herausforderungen in der Ausbildung unterstützt. Das BIG hilft jungen Menschen, die hier die Pflegeausbildung machen wollen, auch bei der bürokratischen Abwicklung zur Ausbildungsanmeldung und Einwanderung nach Deutschland.

Wir von Euro-Schulen haben drei von ihnen getroffen und über Hürden und Erfolge auf dem Weg zum Pflegeberuf gesprochen

Imad Annaji

„Ich hatte in Marokko bereits Deutsch gelernt und das Sprach-Niveau B1 abgeschlossen“, erzählt Imad Annaji, 32, aus Marokko. „Aber wenn man in Deutschland eine Ausbildung machen möchte, braucht man auf jeden Fall B2“. Auch Amir Janati aus dem Integrationsmanagement des Klinikums bestätigt, dass man ohne einen Sprachnachweis auf dem Niveau B2 nicht zum Pflege-Examen zugelassen wird. Neben der sprachlichen Qualifikation gebe es eine andere Bedingung für den Erfolg, nämlich dass man den Beruf als Pflegefachmann*frau lieben müsse, sagt Imad. „Wenn man ein Ziel hat, muss man sich eben Mühe geben. In der Ausbildung lernt man neben dem psychologischen Umgang mit Patient*innen auch rechtliche Hintergründe zum Beruf sowie das praktische Pflegen von Patient*innen. Das ist am Anfang schwierig, sprachlich zu bewältigen“. Am Lukaskrankenhaus (Rheinland Klinikum) in Neuss hat er mittlerweile praktische Erfahrung gesammelt. Imad hat neben seinem beruflichen Erfolg auch noch ein anderes Ziel: Er ist ein guter Langstreckenläufer und will auch als Sportler zukünftig durchstarten. 

Mustapha Mansouri

„Ohne B2 geht nichts“, bestätigt auch Mustapha Mansouri, 37, ebenfalls aus Marokko. Der studierte Soziologe hatte am Goethe-Institut in seiner Heimat bereits eine B1-Prüfung abgelegt und hörte von einem Freund in Deutschland davon, dass Pflegekräfte gesucht werden. Er nahm das Ziel, Pflegefachmann zu werden, in Angriff, doch ein bürokratischer Marathon verschlug ihn zunächst in eine Ausbildung im Bereich Gastronomie nach Bayern, weil die Wege in diese Branche unkomplizierter sind. Schließlich schaffte er es mit Amirs Hilfe, doch noch einen Ausbildungsvertrag für die Pflegeausbildung zu bekommen und arbeitet zurzeit im Krankenhaus Dormagen, das ebenfalls zum Klinikverbund Rheinland Klinikum gehört, auf einer Palliativstation. Ein Krankenhaus sei für ihn der richtige Ort, um sich zu professionalisieren. Er liebt die Arbeit im Krankenhaus, da man dort die größte Vielfalt an medizinischen Aspekten erlernen könne.

Dank des Deutschkurses hätten sie ihre mündliche Ausdrucksfähigkeit deutlich verbessert, was die Grundlage für die Kommunikation mit den Kollegen darstelle. Auch habe es sehr dabei geholfen, die vielen Fallbeispiele zu Patientenberichten und Pflegemaßnahmen, die im Laufe der Ausbildung geübt werden, besser zu verstehen und zu erarbeiten.

Ali Rahnama

Ebenso Ali Rahnama, 25, aus dem Iran. Er hatte bereits eine naturwissenschaftliche Laufbahn hinter sich und drei Jahre als Notfallsanitäter gearbeitet. Auch er hörte durch Freunde in Deutschland von der Pflegeausbildung und entschied, dass diese gut zu seinen Vorkenntnissen passte. Das B2-Sprachniveau brachte er bereits mit, vertiefte dieses jedoch im fachspezifischen Azubi-Berufssprachkurs. „Die vielen Fachbegriffe in Deutsch sowie in Lateinisch waren eine große Herausforderung.“, so Ali Rahnama. Keine Frage, auch Muttersprachler scheitern zuweilen, wenn das Fachvokabular nicht sitzt.

Wir wünschen den Auszubildenden weiterhin viele berufliche Inspirationen und alles Gute auf ihrem Weg!

Geschlechtergerechtigkeit gehört zu den Grundsätzen unseres Unternehmens. Sprachliche Gleichbehandlung ist dabei ein wesentliches Merkmal. Für den diskriminierungsfreien Sprachgebrauch verwenden wir in Texten den Gender Star bei allen personenbezogenen Bezeichnungen, um alle Geschlechter und Geschlechtsidentitäten einzuschließen. Versehentliche Abweichungen enthalten keine Diskriminierungsabsicht.
Auf den Bildern sind die drei Teilnehmer aus dem Artikel, eine junge Dame, die im Anerkennungsverfahren ist (im hellen Sakko), Herr Amir Janati (Integrationsbeauftragter des BIG, im karierten Hemd mit Brille),  Michael Sterner (Schulleitung, im karierten Hemd mit Glatze), Frau Vanessa Kunke (unsere Dozentin und Artikelverfasserin) und die Leiterin Frau Stimoli.